Elterncafé am 6. April 2016 zum Thema "Ein Schuljahr im Ausland"

Verein der Freunde des Fanny-Leicht-Gymnasiums e.V. (VdF)

Elterncafé am 6. April 2016: Ein Schuljahr im Ausland

Ein halbes oder ganzes Jahr ins Ausland gehen, ohne Eltern.

Ein Traum vieler SchülerInnen. Nora Klingsporn, diesjährige Abiturientin am Fanny-Leicht-Gymnasium hat ihn für sich wahr gemacht und ist vor drei Jahren für ein Jahr nach Estland gegangen. Eine Erfahrung , die sie auf keinen Fall mehr missen möchte. Auch ihre Mutter ist – mittlerweile – vom Auslandsjahr überzeugt - auch wenn sie erst einmal schlucken musste, als ihre Tochter sie mit diesem Vorschlag konfrontierte. Doch wann ist der richtige Zeitpunkt dafür? Worauf muss man bei der Wahl eines Anbieters achten? Was kostet der Spaß? Und wie geht es danach in der Schule weiter?

Antworten auf diese Fragen gab es von Maja Van Grasdorff, stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Fachverbandes Highschool e.V. Doch erst einmal ging es ihr um die Frage: Warum sollte man überhaupt ins Ausland gehen? Der Spracherwerb, klar, aber daneben sei so eine Zeit im Ausland, das Eintauchen in eine fremde Kultur erweitere den Horizont, fördere die Selbständigkeit und die Motivation. Davon ist Van Grasdorff überzeugt, die selber während ihrer Schulzeit ein Jahr in den USA verbracht hat. Oft seien danach sogar  die Noten besser.

Die Initiative sollte von den Schülern ausgehen

Allerdings müsse die Initiative von den Jugendlichen selber ausgehen, betonte Van Grasdorff und riet allen Eltern davon ab, ihr Kind dazu zu drängen, ins Ausland zu gehen. Das ginge meistens schief. Neben einer hohen Motivation müssten die Jugendlichen aber auch über eine hohe Flexibilität verfügen, in der Lage sein, sich auf eine andere Kultur und eine fremde Familie einzustellen. So ein Aufenthalt biete vieles, betonte Van Grasdorff, sei aber kein Traumurlaub. Außerdem müssten die Teilnehmer bereit sein, sich an Regeln zu halten  - so fordern viele Anbieter zum Beispiel während des gesamten Aufenthalts, komplett auf Alkohol zu verzichten.

Und wann ist das richtige Alter? Die meisten gehen zwischen 14 und 17 Jahren in Einzelfällen seien die Teilnehmer auch jünger.

Großes Angebot an Anbietern

Bei den Anbietern ist die Zahl fast unüberschaubar  - allein in Baden-Württemberg gibt es mehr als sechzig, gewerblich oder gemeinnützig.  Wer nicht auf die guten Erfahrungen von Familie und Freunde zurück greifen könne, solle bei der Wahl eines Anbieters darauf achten, wie viel Erfahrung er habe, ob die ersten Beratungen kostenlos und unverbindlich sind, wie die Betreuung vor Ort organisiert ist und ob ein Wechsel der Gastfamilie bei Problemen möglich ist..

Ein Jahr im Ausland gibt es von preiswert bis teuer

Bliebe noch die Frage nach den Kosten. Beim sogenannten „classic“-Programm liegen sie zwischen 8.000 und 10.000 Euro im Jahr. Darin eingeschlossen sind die Kosten für die Vorbereitungskurse, der Flug, die Schule, die Gastfamilie mit Verpflegung und die Betreuung vor Ort. Allerdings kann man sich beim classic-Programm weder den Ort noch die Schule aussuchen. Wem das zu viele Unbekannte sind, der kann sich für ein „Select“-Programm entscheiden, bei dem man sich für eine Region, einen Schulbezirk, eine bestimmte Schule oder sogar eine bestimmte Fächerkombination entscheiden kann. Diese Flexibilität kostet aber: Je mehr Wahlmöglichkeiten es gibt, umso teurer wird das Jahr – im Schnitt zwischen 15.000 und 25.000 Euro. Dazu kommen bei beiden Varianten die Kosten für Kosmetikartikel, Kleidung und Taschengeld.

Vollstipendien für ein Auslandjahr, betont Maja Van Grasdorff sind sehr selten, häufiger gibt es aber die Möglichkeit eines Teilstipendiums, das die Kosten für den Flug oder die Schulgebühren übernimmt. Außerdem können Schulgebühren bei der Steuererklärung abgesetzt werden.

Schon beim Abschied an den Wiedereinstieg denken

Und wie geht es nach dem Auslandaufenthalt in der Schule weiter? Gleich weitermachen oder wiederholen? Denkbar, so Gerda Mendler, die Rektorin des Fanny-Leicht-Gymnasiums, seien beide Möglichkeiten. SchülerInnen, die ein ganzes Jahr im Ausland verbringen, würden häufiger wiederholen. Wer aber nur ein halbes Jahr ginge, etwa in der 2. Hälfte der 10. Klasse, der könne auch gleich in der Jahrgangsstufe weiter machen. Das erste Zeugnis in der J1 wäre dann der Nachweis für Versetzung und mittlere Reife. Niemand müsse sich im Vorfeld fest legen, jeder und jede könne erst nach der Rückkehr entscheiden, wie es weiter gehen soll.

Nora Klingsporn hat sich für den entspannten Weg entschieden. Sie ist nach Abschluss der 10. Klasse nach Estland gegangen und hat nach dem Auslandjahr in der J2 weiter gemacht.

Susanne Henn vom Verein der Freunde des Fanny-Leicht-Gymnasiums e.V.

Das nächste Elterncafé des VdF findet im Herbst 2016 statt. Thema und Termin werden rechtzeitig bekannt gegeben.

20160406 210256 2

Bild 1:

Über „Ein Schuljahr im Ausland“ informierten Maja van Grasdorff,stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Fachverbandes Highschool e.V., Gerda Mendler, OStD`, Nora Klingsporn und ihre Mutter, Moderation: Susanne Henn vom VdF

 

20160406 205337 2

Bild 2:

Auf großes Interesse stieß das Elterncafé zum Thema „Ein Schuljahr im Ausland“