Bereits im Oktober erreichte all jene von uns, deren Kontaktdaten Frau Daneck in weiser Voraussicht aufbewahrt hatte, die frohe Botschaft: eine Einladung zum ersten Ehemaligen-Chorwochenende des Fannys. Die Idee dazu hatte Yannik Federmann, der 2016 sein Abitur machte und einigen vielleicht noch aus dem Musical „Oliver“ bekannt ist.
Etwa 35 Ehemalige nahmen sich am Wochenende des 27./28. Januars die Zeit, insgesamt sechs Chorstücke unter der Leitung von Frau Daneck zu erarbeiten und aufzuführen. Teilweise kamen die Teilnehmer dabei aus weiter Entfernung angereist oder hatten sich trotz herrschender Prüfungsphase oder anstrengendem Job das Wochenende frei genommen.
Am Samstagvormittag betrat man nun das Musikklassenzimmer sowohl mit einem Gefühl der Fremdheit als auch einem der Altbekanntheit, erkannte einige Gesichter wieder, den Raum, die Gänge, alles déja vu. Dieses Gefühl der Altbekanntheit setzte sich fort: die Zuspätkommer kamen zu spät, die Entertainer belustigten die Gruppe mit Kommentaren und Musikeinlagen und als schließlich die Einsingübungen begannen, bemerkte ich, dass diese sich seit meinem ersten Chorjahr in der achten Klasse kaum verändert hatten. In der darauffolgenden Vorstellungsrunde erfuhren wir neben dem Jahr des Abiturs auch, wohin es die anderen verschlagen hatte - die Studien- und Ausbildungsorte reichten von Stuttgart-Vaihingen bis hin nach Berlin oder Wien. Nun wurde es spannend: bis zum darauffolgenden Nachmittag sollten sechs Stücke erarbeitet werden, um diese dann a capella in der Christ-König-Kirche aufzuführen. Mich persönlich beeindruckte vor allem die Motivation der Teilnehmer, die lauthals mitsangen und jede von Frau Danecks Anweisungen beinahe sofort umsetzen konnten - und das, obwohl der Großteil nicht mehr aktiv in einem Chor mitsingt. Oder vielleicht auch gerade deshalb? Es entstand das, was eben entsteht, wenn eine Truppe zusammenfindet, die nach langer Zeit endlich wieder Lust auf’s Singen hat: einfach schöne Musik.
Am Abend wurde schließlich bei mitgebrachtem Buffet, Getränken und Pizza das ganze Projekt gefeiert. Wie viele andere auch fand ich es besonders schön, mich endlich mal wieder etwas länger mit einigen Leuten zu unterhalten und die ein oder andere Überraschung blieb nicht aus, als man alte und neue Wünsche, Meinungen und Erfahrungen verglich. Es war ein langer, sehr fröhlicher Abend.
Sonntagvormittags musste den Stücken noch der Feinschliff verpasst werden, bevor das Konzert um 15 Uhr begann. Von Praetorius über Mendelssohn bis hin zu Billy Joel oder Filmmusik aus „Days Of Wine And Roses“ waren viele verschieden musikalische Epochen und Stile vertreten. Ebenso durchmischt waren die Beiträge auf dem Konzert: sowohl Musik- und Gesangsstudenten als auch Hobbymusiker hatten allein oder in der Gruppe eigene Beiträge vorbereitet, die zwischen den Chorstücken dargeboten wurden. Ich weiß von meinen Eltern, dass sie sich wahnsinnig darauf gefreut haben, nach vielen Jahren endlich wieder ein Fanny-Konzert zu besuchen; so begeistert, wie applaudiert wurde, waren sie sicher nicht die einzigen, denen es so ging. Obgleich an so einem Konzert natürlich zuallererst Sänger beteiligt sind, galt der größte Applaus und Dank wohl Constanze Daneck: mit zahlreichen Mails und ihrer Koordinationsarbeit machte sie das ganze Projekt und die damit verbundene Freude der Teilnehmer erst möglich. Abschließend kam die Idee auf, das Ehemaligenkonzert doch auch in den nächsten Jahren stattfinden zu lassen. Für die zukünftige Organisation meldeten sich bereits einige freiwillig und ich bin sehr gespannt.

An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal persönlich für das tolle Chorwochenende bedanken. Ich fand es spannend, wieder einmal in der Schule zu proben, wie „in alten Zeiten“ - insgesamt war es ein sehr schöner Rückblick auf unsere Schulzeit hier. In Gesprächen mit Kommilitonen und anderen Freunden aus ganz Deutschland habe ich oftmals erfahren, dass die Zahl an Fanny-Musikern und das Herzblut, welches in die Musik-AGs, die Konzerte und Musicals gesteckt wird, keinesfalls selbstverständlich für ein Gymnasium sind. Das ist eine wunderbare Seite des Fannys und auch der Grund, warum viele Ehemalige sich überhaupt die Zeit für dieses Wochenende genommen haben - keine Frage, diese Seite sollte bewahrt werden!
Diesen Bericht schreibe ich von Berlin aus, wo ich ein einmonatiges Praktikum mache. Auch sonst studiere ich nun im sechsten Semester Medizin im Norden und Stuttgart und meine Schulzeit könnten nicht weiter in die Ferne rücken. Was aber bleibt, sind die Ohrwürmer jener Konzerte.

Isabelle v. Polenz, Abitur 2015